Ausschnitte aus den Pressestimmen

Urs Mattenberger, Luzerner Zeitung 12.01.2019


Grenzenlose Jodel-Koloraturen

«Das Zentralschweizer Jugendsinfonieorchester zeigte unter der neuen Leitung von Jonas Bürgin freilich auch eindrücklich die Vorzüge des grossen Apparats. Auch wenn die Wiedergaben spieltechnisch nicht ganz das Niveau erreichten, das die letzten Auftritte unter anderem am Lucerne Festival bewiesen, setzte es in den rein orchestralen Stücken starke Akzente: mit gespenstisch-suggestiven Klangfarben in Dvoráks «Die Waldtaube» sowie kammermusikalischem Feinsinn und virtuosem Schmiss in der «Tell»-Ouvertüre und in drei slawischen Tänzen von Antonin Dvorák.»

Urs Mattenberger, Luzerner Zeitung 03.09.2018

 

Jungstar am Lucerne Festival: Teuflische Virtuosität ganz in Weiss

«Für viele mochte es eine Überraschung sein, auf welch hoem Niveau das aus jungen Musikern und Musikschülern aus der Zentralschweiz bestehende ZJSO beliebte Repertoirestücke spielte, bei denen man Vergleiche mit Gastorchestern riskiert. Aber schon die Wiedergabe von Paul Dukas' «Zauberlehrling» blies und fegte solche Bedenken beiseite und bestätigte, welch gewaltigen Fortschritt das ZJSO in den letzten Jahren gemacht hat.»

Katharina Thalmann, Luzerner Zeitung 15.08.2018

 

Haçienda Classiçal

«Ein Grossteil der Musikerinnen und Musiker des Zentralschweizer Jugendsinfoneiorchesters (ZJSO) ist jünger als der Weisse Saal und halb so alt wie der House-Beat. Doch eins ist klar: Sich innert fünf Jahren von einer Hobby-Formation zum KKL-Jubliäumsorchester zu mausern, ist eine Leistung.»

Katharina Thalmann, Luzerner Zeitung 11.04.2018

 

Benjamin Britten: Sinfonia da Reqiuem

«Der gedämpfte Orchesterklang tastete sich durch die voll besetzten Ränge. Sobald die Rhythmen vertrackter wurden und die Dynamik sich nicht mehr auf ein vielfaches Piano beschränkte, rastete der Sound ein.»

 

Wolfgang Amadeus Mozart: Requiem

«Selten hat man eine so kurzweilige Totenmesse gehört. […] Das aussergewöhnliche Klangbild war eine willkommene Herausforderung für die Hörgewohnheiten. Und durch die Beweglichkeit aller Akteurinnen und Akteure wurde die Aufführung visuell zu einem Erlebnis. Das präzise und nie aufdringliche Lichtkonzept von Markus Güdel verstärkte diese Dynamik.»

Jürg Röthlisberger, Zuger Zeitung 23.10.2017

 

Antonin Dvorak: Sinfonie No. 9 «Aus der Neuen Welt»

«Ja, es gibt sie, die jungen Leute, die es doof finden, wenn man bei der Einstudierung im Schülerorchester nicht weiterkommt, weil die Registerkollegen nicht geübt haben oder diese durch die Werkwahl des Dirigenten ganz einfach überfordert sind. Solche Leute treffen sich seit 2011 im ZJSO von Anfang an unter dem heutigen Leiter Joseph Sieber. […] Erfreulich homogen erklang der Chor der tiefen Blechbläser am Beginn des Largo; einzelne Ungenauigkeiten gab es manchmal bei Tutti-artigen Einsätzen der Holzbläser. Als Gesamteindruck blieb aber eine erfreuliche Geschlossenheit in der Werkauffassung und im sicheren technischen Können des anspruchsvollen Notentextes, welche bis in die hintersten Pulte der einzelnen Register reichte.»

 

Roman Kühne, Luzerner Zeitung 15.10.2017

 

«Es ist erstaunlich, welchen Weg dieses junge Ensemble in den fünf Jahren gegangen ist. Liest man das Programm und erlebt man den Einmarsch der Musikerinnen und Musiker zwischen 15 und 25, würde man wohl kaum eine praktisch reine Amateurgruppe erwarten. Richard Wagner, Antonín Dvorák oder Teile aus dem technisch schwierigen «Star Wars» von John Williams werden geboten. Doch diese Stückwahl ist nicht zu hoch gegriffen. Das Konzert in der praktisch vollbesetzten Maihof-Kirche in Luzern bildete einen überzeugenden Auftakt zu der Innerschweizer Tournee.»

 

Katharina Thalmann, Luzerner Zeitung 20.09.2016

 

«In Anbetracht der Fähigkeiten des Orchesters ist das «Jugend»-Attribut blosse objektive Tatsache: Das Orchester kann mit seinen klanglichen Qualitäten als erwachsen bezeichnet werden. Fragen nach Intonation und Konzentration, die sich sonst bei Jugendformationen öfter aufdrängen, stellten sich nie. Dieser Umstand ist auch das Verdienst des Dirigenten Felix Schüeli, der auf Augenhöhe kommunizierte und dessen Gestaltungsfreude sich auf das Orchester übertrug. […] Das ZJSO ist jetzt fünf. Für die zweite Hälfte seines ersten Jahrzehnts hofft und freut man sich auf eine weitere intensive Auseinandersetzung mit Musik.»

Robert Knobel, Luzerner Zeitung 08.01.2016

 

«Ebenfalls abseits vom musikalischen Mainstream bewegt sich das Zentralschweizer Jugendsinfonieorchester (ZSJO), das auch mit einem Förderpreis von 50 000 Franken ausgezeichnet wird. Verdient hat sich das Orchester den Preis nicht allein wegen der Förderung junger Musiker. Denn das ZSJO sei kein gewöhnliches Jugendorchester, betonte Peter Kasper, Präsident der Albert Koechlin Stiftung. Mit seinen Crossover-Projekten habe es musikalisches Neuland betreten und die Grenzen der klassischen Musik weit geöffnet.»

 

Urs Mattenberger, Luzerner Zeitung 25.03.2015

 

Camille Saint-Saëns: Orgelsinfonie

«Da war er endgültig da, der «Hühnerhautfaktor», mit dem ein Konzertbesucher seine Begeisterung begründete. «Fan-tas-tisch!» – das galt selbstverständlich auch für das grosse Finale aus Saint-Saëns’ Orgelsinfonie. Die von Wolfgang Sieber gespielte Hoforgel, deren Farben zuvor subtil einbezogen wurden, entlud sich hier mit einer gewaltigen Klangdusche über den Zuhörern und stellte selbst das in anderen Hofkirche-Konzerten schon spektakulärer eingesetzte Licht gänzlich in den Schatten.»

Roman Kühne, Luzerner Zeitung 13.10.2014

 

Ludwig Van Beethoven: Sinfonie No. 5

«Was das Zentralschweizer Jugendsinfonieorchester am Samstag im Luzerner Saal zeigte, ist erstaunlich. Vor allem weil dieses Ensemble erst seit eineinhalb Jahren auftritt. Erstaunlich aber auch, weil die Qualität der Aufführung deutlich jenseits dessen liegt, was man von einer so jungen Gruppe erwarten würde. Denn eigentlich läuten bei der Verbindung «Beethovens 5. Sinfonie und Jugendorchester» alle Alarmglocken.

 

Doch dieses Konzert überzeugte, ja begeisterte gar. Dirigent Joseph Sieber, selber erst 23-jährig, zeigte eine Interpretation auf hohem Niveau. Der berühmte Auftakt des ersten Satzes wurde schnell, modern vorgetragen. Das Orchester spielte mit Präzision, die Streichergruppen waren kompakt. Vor allem aber lag über dem Ganzen eine Leichtigkeit, die den Anfang beinahe schweben liess. Akzentreich, spritzig und ausgezeichnet phrasiert tanzte dieser Beethoven durch die schweren Noten.»

Urs Mattenberger, Luzerner Zeitung 16.03.2014

 

Samuel Barber: Adagio for Strings

«Aber welches Potenzial selbst in dieser ausschliesslichen Streicherbesetzung steckt, zeigte unter der Leitung von Joseph Sieber die weitere Entfaltung des Stücks, die in die trockene Atmosphäre des Lukassaals vollmundige Klänge zauberte: Mit einem Klangbild, das die vielschichtig verschlungenen Stimmen in schöner Balance plastisch hervortreten liess, mit dem warmen Ton der Bratschen verführte und die Geigen zu schneidender Leuchtkraft steigerte.

[…]

Dass es für all das vom mehrheitlich jungen Publikum johlenden Applaus gab, zeigte, dass die ZJSO-Philosophie, ein breites und junges Publikum für klassische Musik zu begeistern, auch mit einem derartigen Klassikprogramm bestens funktioniert. Und als in der Zugabe – Piazzollas «Oblivion» – der Trompeter einfach die Cello-Stimme des verfügbaren Arrangements spielte, wie der Pianist schmunzelnd bemerkte, war sie nochmals da: Die Spontaneität, die ZJSO-Anlässe so oder so über alle Orchesternormalität hinausheben.»

Zentralschweiz am Sonntag 25.11.2012

 

«Es ist das allererste Konzert des Zentralschweizer Jugendsinfonieorchesters, und das merkt man: Die Stimmung im Casino in Zug ist aufgeladen und voller Vorfreude, im Foyer gibt es Bananen und in den Sesseln des Theatersaals zeigt sich das Publikum auch mal Filme auf dem Smartphone: Die Rechnung geht auf. Sinfonie und Hip-Hop, Beethoven, Mendelssohn und Steff la Cheffe stehen auf dem Programm, mindestens ein Drittel des Publikums ist jung und nicht Klassik-affin.»